Ein Internist ist ein Facharzt für Innere Medizin, der eine breite Palette von Erkrankungen der inneren Organe diagnostiziert und behandelt. In Deutschland sind Internisten spezialisiert auf komplexe Krankheitsbilder wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen-Darm-Probleme und viele weitere Bereiche der inneren Medizin.
Was ist ein Internist und welche Rolle spielt er im deutschen Gesundheitssystem?
Ein Internist ist ein Facharzt für Innere Medizin, der nach seinem Medizinstudium eine fünf- bis sechsjährige Weiterbildung in der Inneren Medizin absolviert hat. Im deutschen Gesundheitssystem fungieren Internisten oft als Hausärzte oder arbeiten in Kliniken als Spezialisten. Sie sind Experten für die Diagnose und Therapie von Erkrankungen der inneren Organe wie Herz, Lunge, Leber, Nieren und des Stoffwechsels.
Der Unterschied zwischen einem Internisten und einem Hausarzt liegt in der spezialisierten Ausbildung: Während Hausärzte eine Weiterbildung in Allgemeinmedizin absolvieren, konzentrieren sich Internisten ausschließlich auf die inneren Organe. In Deutschland gibt es 2026 etwa 18.500 niedergelassene Internisten, die sowohl ambulant als auch stationär tätig sind.
Hauptbehandlungsgebiete eines Internisten
Die Behandlungsgebiete eines Internisten umfassen verschiedene Organsysteme und Krankheitsbilder. Diese Vielfalt macht den Internisten zu einem wichtigen Ansprechpartner für komplexe medizinische Probleme, die mehrere Organsysteme betreffen können.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Behandlungsgebieten eines Internisten. Dazu zählen Bluthochdruck (Hypertonie), koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz und Herzinfarkt. In Deutschland leiden etwa 32% der Erwachsenen an Bluthochdruck, weshalb die kardiologische Expertise von Internisten besonders gefragt ist. Die Behandlung umfasst sowohl medikamentöse Therapien als auch Lebensstilberatung zur Prävention weiterer kardiovaskulärer Ereignisse.
Stoffwechselerkrankungen und Diabetes
Diabetes mellitus ist eine der häufigsten Erkrankungen, die Internisten behandeln. Mit über 7 Millionen Diabetikern in Deutschland 2026 ist die Expertise in der Diabetologie unverzichtbar. Internisten behandeln sowohl Typ-1- als auch Typ-2-Diabetes sowie Schwangerschaftsdiabetes. Zusätzlich behandeln sie weitere Stoffwechselerkrankungen wie Schilddrüsenerkrankungen, Fettstoffwechselstörungen und Gicht. Die Schilddrüsenbehandlung umfasst sowohl Über- als auch Unterfunktion der Schilddrüse.
Erkrankungen der Atemwege und Lunge
Lungenerkrankungen sind ein weiterer Schwerpunkt internistischer Behandlung. Dazu gehören Asthma bronchiale, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Lungenentzündung (Pneumonie) und Lungenembolie. In Deutschland leiden etwa 6,7% der Erwachsenen an Asthma und 13,2% an COPD. Internisten führen Lungenfunktionstests durch und entwickeln individuelle Therapiepläne, die sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Behandlungsansätze umfassen.
Die pneumologische Expertise von Internisten ist besonders wichtig bei der Behandlung von chronischen Atemwegserkrankungen, die eine langfristige Betreuung erfordern. Sie arbeiten eng mit Pneumologen zusammen, wenn spezialisierte Verfahren wie Bronchoskopien erforderlich sind.
Magen-Darm-Erkrankungen in der internistischen Praxis
Gastroenterologische Erkrankungen machen einen großen Teil der internistischen Tätigkeit aus. Hierzu zählen Magengeschwüre, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, Refluxkrankheit, Reizdarm-Syndrom und Lebererkrankungen. Internisten können grundlegende endoskopische Untersuchungen durchführen und arbeiten bei komplexeren Fällen mit spezialisierten Gastroenterologen zusammen.
Lebererkrankungen und Hepatologie
Die Behandlung von Lebererkrankungen ist ein wichtiger Bereich der Inneren Medizin. Dazu gehören Fettleber, Hepatitis B und C, alkoholische Lebererkrankung und Leberzirrhose. In Deutschland leiden etwa 25% der Erwachsenen an einer Fettleber, was die Bedeutung der hepatologischen Kompetenz von Internisten unterstreicht. Die Behandlung umfasst sowohl medikamentöse Therapien als auch umfassende Lifestyle-Interventionen.
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa betreffen in Deutschland etwa 400.000 Menschen. Internisten spielen eine zentrale Rolle in der Langzeitbetreuung dieser Patienten, von der Erstdiagnose bis zur kontinuierlichen Therapieüberwachung. Die Behandlung erfordert oft eine immunsuppressive Therapie und regelmäßige Kontrolluntersuchungen.
Nierenerkrankungen und Nephrologie
Nierenerkrankungen werden häufig von Internisten behandelt, da sie oft als Folge anderer internistischer Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck auftreten. Zu den häufigsten nephrologischen Problemen gehören chronische Niereninsuffizienz, Nierensteine, Harnwegsinfekte und Glomerulonephritis. In Deutschland leiden etwa 9% der Erwachsenen an einer chronischen Nierenerkrankung.
Die nephrologische Betreuung durch Internisten umfasst die frühzeitige Erkennung von Nierenfunktionsstörungen durch regelmäßige Laborkontrollen sowie die Einleitung nierenschützender Maßnahmen. Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz arbeiten Internisten eng mit Nephrologen zusammen, um den optimalen Zeitpunkt für eine Nierenersatztherapie zu bestimmen.
Rheumatische und immunologische Erkrankungen
Rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes und Vaskulitiden fallen ebenfalls in den Behandlungsbereich vieler Internisten. Diese Erkrankungen betreffen oft mehrere Organsysteme gleichzeitig und erfordern eine ganzheitliche Betrachtung, die dem internistischen Ansatz entspricht. In Deutschland leiden etwa 1,5 Millionen Menschen an rheumatischen Erkrankungen.
Autoimmunerkrankungen
Autoimmunerkrankungen stellen einen komplexen Bereich dar, in dem Internisten eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören systemische Erkrankungen wie Lupus, Sjögren-Syndrom und systemische Sklerose. Die Behandlung erfordert oft eine immunsuppressive Therapie und eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachrichtungen. Internisten koordinieren häufig die Behandlung und überwachen die Auswirkungen auf verschiedene Organsysteme.
Entzündliche Systemerkrankungen
Entzündliche Systemerkrankungen wie Vaskulitiden betreffen Blutgefäße verschiedener Organe und können lebensbedrohlich sein. Internisten sind oft die ersten Ansprechpartner für diese seltenen, aber ernsten Erkrankungen. Die frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend für die Prognose der Patienten.
Wann sollten Sie einen Internisten aufsuchen?
Bei welchen Beschwerden geht man zum Internisten? Typische Anlässe sind anhaltende Müdigkeit, unerklärliche Gewichtsverlust oder -zunahme, Atemnot, Brustschmerzen, Verdauungsprobleme, häufiges Wasserlassen oder Bluthochdruck. Auch bei der Abklärung komplexer Symptome, die mehrere Organsysteme betreffen könnten, ist ein Internist der richtige Ansprechpartner.
Ein Internist ist besonders dann empfehlenswert, wenn Sie bereits an chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen leiden. Diese Erkrankungen erfordern eine spezialisierte Langzeitbetreuung, die über die Möglichkeiten eines Hausarztes hinausgeht. Viele Internisten fungieren in Deutschland auch als Hausarzt und bieten so eine optimale Kombination aus allgemeinmedizinischer Grundversorgung und internistischer Expertise.
Unterschiede zwischen Internist, Hausarzt und anderen Fachärzten
Der Unterschied zwischen Internist und Hausarzt liegt hauptsächlich in der Spezialisierung: Während Hausärzte eine breite allgemeinmedizinische Ausbildung haben, konzentrieren sich Internisten ausschließlich auf die inneren Organe. Ein Internist kann als Hausarzt arbeiten, bietet aber eine tiefere Expertise in seinem Fachgebiet. Ist ein Internist ein Hausarzt? Nicht automatisch – viele Internisten arbeiten als Hausärzte, aber nicht alle Hausärzte sind Internisten.
Bei der Frage Internist oder Kardiologe hängt die Wahl von der Schwere der Herzerkrankung ab. Internisten behandeln häufige kardiovaskuläre Probleme wie Bluthochdruck, während Kardiologen auf komplexere Herzerkrankungen spezialisiert sind. Ähnlich verhält es sich bei Internist oder Gastroenterologe – Internisten behandeln häufige Magen-Darm-Probleme, während Gastroenterologen auf komplexe endoskopische Verfahren und seltene Erkrankungen spezialisiert sind.
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Die wichtigsten Fragen zu welche krankheiten behandelt ein internist
Bei welchen Beschwerden geht man zum Internisten?
Zum Internisten geht man bei Beschwerden wie anhaltender Müdigkeit, Atemnot, Brustschmerzen, Verdauungsproblemen, häufigem Wasserlassen, unerklärlichem Gewichtsverlust oder bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck. Auch bei komplexen Symptomen, die mehrere Organsysteme betreffen, ist der Internist der richtige Ansprechpartner.
Ist ein Internist ein Hausarzt?
Nicht automatisch – ein Internist ist ein Facharzt für Innere Medizin und kann als Hausarzt arbeiten, muss es aber nicht. Viele Internisten fungieren in Deutschland als Hausärzte und bieten so eine Kombination aus allgemeinmedizinischer Grundversorgung und internistischer Spezialisierung auf die inneren Organe.
Was ist der Unterschied zwischen Internist und Innere Medizin?
Innere Medizin ist das medizinische Fachgebiet, während ein Internist der Facharzt ist, der in diesem Bereich arbeitet. Innere Medizin umfasst die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der inneren Organe wie Herz, Lunge, Leber und Nieren. Ein Internist hat eine fünf- bis sechsjährige Weiterbildung in diesem Fachbereich absolviert.
Wann sollte ich zum Internisten statt zum Kardiologen?
Bei häufigen Herz-Kreislauf-Problemen wie Bluthochdruck, leichten Herzrhythmusstörungen oder zur Vorsorge ist ein Internist ausreichend. Zum Kardiologen sollten Sie bei komplexen Herzerkrankungen, schweren Herzrhythmusstörungen, nach einem Herzinfarkt oder wenn invasive Eingriffe wie Herzkatheter erforderlich sind.
Behandelt ein Internist auch Schilddrüsenerkrankungen?
Ja, Schilddrüsenerkrankungen gehören zu den häufigen Behandlungsgebieten eines Internisten. Sie behandeln sowohl Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) als auch Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Hashimoto-Thyreoiditis und andere Stoffwechselstörungen der Schilddrüse durch Medikamente und regelmäßige Kontrollen.
Kann ein Internist Operationen durchführen?
Internisten führen normalerweise keine Operationen durch, da sie konservativ behandeln. Sie können jedoch kleinere Eingriffe wie Biopsien, Gelenkpunktionen oder Magenspiegelungen durchführen. Bei operativen Eingriffen überweisen sie an entsprechende Chirurgen und koordinieren die Nachbehandlung der inneren Organe.
| Behandlungsgebiet | Häufige Erkrankungen | Vorteil der internistischen Behandlung |
|---|---|---|
| Herz-Kreislauf | Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen | Ganzheitliche Betrachtung aller Risikofaktoren |
| Stoffwechsel | Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen, Fettstoffwechselstörungen | Langzeiterfahrung in der Diabetesbehandlung |
| Atemwege | Asthma, COPD, Lungenentzündung | Koordination mit anderen Organsystemen |
| Magen-Darm | Refluxkrankheit, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen | Umfassende Diagnostik ohne Organfixierung |
| Nieren | Chronische Niereninsuffizienz, Harnwegsinfekte | Früherkennung durch regelmäßige Laborkontrollen |


